

... gearbeitet wird auch noch an dieser Seite
Wir bedanken uns bei der Unesco für
die Einladung an alle Trägergruppen, sich an der besonderen Website zum
Welttag des Immateriellen Kulturerbes
zu beteiligen.
Diese Einladung nehmen wir freudig an, können aber mit etwas Buntem, richtig Festlichem, nicht aufwarten; dennoch wollen wir aus diesem besonderen Anlaß zur Unesco-Website auch etwas Besonderes beitragen.
Für unseren Verein ist der Einsatz handwerklicher Bautechniken in das IKE-Verzeichnis eingetragen worden - da versteht es sich von selbst, daß dieser Beitrag irgendwo im Bereich alternativen Bauens angesiedelt sein wird. Es geht dabei um die Grundlagen unserer Tätigkeit: Wir wollen uns in der heutigen Bau-Realität verorten und endlich einmal jenseits aller praktischen Notwendigkeiten unsere Ziele klar formulieren – das heißt, genau zu schauen, welcher Vision wir eigentlich folgen.
Doch bevor wir uns an die Beschreibung machen, seien ein paar Punkte vorausgeschickt, um eventuelle Mißverständnisse zu vermeiden und um unsere grundsätzliche Haltung darzulegen.
- Wir denken nicht museal – wir entwickeln Bewährtes weiter für die Baupraxis in Gegenwart und Zukunft.
- Wir sehen unser Thema im Zusammenhang mit der gesellschaftlichen und politischen Entwicklung – nicht als losgelösten Spezialbereich.
- Alle Vereins-Mitglieder begreifen jegliche Bautätigkeit als ökologisches Bauen (diesen, einschränkenden und nicht sicher definierten, Begriff benutzen wir, um kurz zu sagen, was gemeint ist).
Nun also zur Beschreibung, wobei wir hier von den Hochglanz-Publikationen absehen: Wir teilen mit, was unsere eigenen Beobachtungen gezeigt und was die vielen Gespräche mit Baufachleuten, auch Händlern, in Österreich, der Schweiz, Italien und Deutschland ergeben haben.
Überall sind die gleichen gegenläufigen Tendenzen feststellbar. Da sind zum einen die Bauleute, die sich bemühen, sinnvoll zu planen, handwerklich möglichst perfekt und möglichst weitgehend ökologisch zu arbeiten. Manche verzichten bewußt auf Zertifizierungen, weil sie von Anfang an nach streng(er)en Kriterien arbeiten. Gerade deshalb werden sie von ihren Auftraggebern gesucht und geschätzt.
Diese Tendenz wird getragen von Beratern, Planern, Herstellern, Anwendern - nicht zu vergessen die Auftraggeber - die sich seit Jahrzehnten für die Verbreitung wohngesunder Produkte und Verfahren einsetzen und damit wegweisende Pionierarbeit leisten. Daß die Begründung für ihre Entscheidung auf die, oft unangenehmen, Konsequenzen verweisen, die von konventionellen Baupraktiken verursacht werden können, ist ein nicht beabsichtigter Neben-Effekt.
Wesentlich stärker ist die Tendenz in umgekehrter Richtung: Unternehmen stellen die Produktion ein, weil die Anzahl ihrer Kunden ständig abnimmt; Naturbaustoff-Händler finden keine Nachfolger, wenn sie aus Altersgründen ihr Geschäft schließen; Ausbildungsstätten lehren ausschließlich die heute üblichen Methoden; Informationsveranstaltungen werden immer spärlicher besucht.
Kurz gesagt: Die große Mehrheit der Baufachleute und ihrer Auftraggeber hält ökologische Alternativen für zu kompliziert und für zu teuer; diese Meinung übernehmen sie meist, ohne sie wirklich zu überprüfen. Noch schwerer wiegt jedoch, daß sie ihre Tätigkeit nicht in den Gesamtrahmen menschlichen Lebens, einer Familie, der kommenden Generationen, der Natur… stellen.
Und was wurde in den letzten Jahrzehnten tatsächlich gebaut? Da stehen wenige luxuriöse, manchmal auch ökologische, Bauwerke, und da gibt es Gebäude, mit denen wir in Teilen oder im Ganzen einverstanden sind. Der großen Masse der Häuser jedoch sieht man an, daß sie nach einem einzigen Kriterium erstellt worden sind: nach dem niedrigsten Preis, der im Moment des Bauens ausgehandelt werden konnte. Kosten für den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes und Folgekosten für die Bewohner - und auch die ausführenden Handwerker – wurden offensichtlich nicht in die Kalkulation mit eingerechnet.
Fazit
Wir erleben eine unüberschaubare Fülle von Einzelaktionen, großartiges Engagement sowohl wie undurchdringliche Gleichgültigkeit mit vollkommener Resistenz gegenüber jeder Art von Information. In dieser Vieldeutigkeit stellt sich uns die Frage: Wie verhalten sich die zuständigen Ämter? Was sagen die Stadtplaner?
Eine eindeutige Haltung dieser Institutionen, die Orientierung geben würde, können wir nicht erkennen… Offensichtlich müssen wir als Verein überzeugender arbeiten…!! Wir nehmen uns jetzt also vor, die Argumente zu finden, denen sich niemand verschließen kann und die künftig von den Behörden in ihre Genehmigungsverfahren mit einbezogen werden.
Egidio, promovierter Architekt, diplomierter Mosaizist, erfahrener Handwerker – und überhaupt ein großartiger Künstler – hat sein Atelierhaus selbst geplant und mit eigenen Händen gebaut.
Alle Baumaterialien dafür haben einst in den Feldern um Ravenna gelegen; er hat sie eingesammelt und mit Kalkmörtel zusammengefügt.

Was hat der Putz an ihrem Haus mit
dem Schnitzel auf ihrem Teller zu tun…?
Zugegeben… ein bisschen schmunzeln soll man dürfen, aber tatsächlich steht diese Überschrift für eine folgenschwere Beziehung, an der leider gar nichts lustig ist – immerhin läßt sie ahnen, welche Beziehung gemeint ist…
Gemeint ist der Einfluß unserer gebauten Umwelt auf den Boden. Hier sind sie also zu finden, die überzeugenden Argumente, nach denen wir so lange gesucht hatten. Zwar wird immer wieder von möglichen Gefahren "moderner" Landwirtschaft und vieler Industrieverfahren gesprochen, man hört Bedrohliches von der Meeresverschmutzung, und viele haben Angst vor Mikroplastik im Gehirn… Aber die Mehrheit der Menschen denkt nicht weiter darüber nach: Das überläßt sie den zahlreichen Vereinen, Büchern, Zeitschriften, und die Politik sorgt sowieso für alles, nach ihrer Meinung… Daß man sich damit seiner Verantwortung entzieht - das macht sich niemand klar.
Um es noch einmal deutlich zu sagen: Die weitaus größte Gefahr für die Bodenfruchtbarkeit sind die Gebäude…! Diese Gefahr blendet die Öffentlichkeit vollständig aus, und niemand redet darüber, dabei sind mehrere Milliarden davon auf der ganzen Erde verteilt – und ab und wird renoviert oder frisch verputzt…!
Von jedem Material, das zum Bauen (und allem, was dazu gehört), eingesetzt wird, gelangen winzige Partikel ins Erdreich. Und wir Menschen sind es, die darüber entscheiden, ob diese Partikel in das komplexe Gefüge des Bodens integriert werden, oder ob sie schaden, je nachdem, welche Materialien verwendet werden. Und schließlich stehen für so ziemlich alle Bauaufgaben natur- und lebensverträgliche Materialien und Methoden zur Verfügung, die sich seit vielen Generationen bewährt haben. Man denke nur an die breite Palette der Kalkprodukte, an Lehm oder Holz, an Dämm-Material wie Wolle oder Flachs, an Öle und die sonstigen Anstrichmittel… Wir müssen nichts weiter tun, als uns ein wenig zu informieren. Mit der Entscheidung für natürliche Baustoffe leisten wir also auch einen Beitrag zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit - und folglich auch zu gesunder Nahrung.
Naturfremde Materialbestandteile dagegen wirken sich im Untergrund fatal aus: Sie werden nicht in die Bodenstruktur eingebaut, sondern als Fremdkörper eingelagert. Viele dieser Substanzen vernichten Kleinlebewesen, die beim Zusammenspiel alles Lebendigen fehlen. Wir sagen dann, der Boden verarme… er wird arm an den Stoffen, die Pflanzen, Tiere, Menschen auch nach Aussagen von Medizinern und Ernährungsberatern, für ihre Gesunderhaltung brauchen - aber was, wenn diese Stoffe gar nicht im Boden vorhanden sind?
In solchen Böden wachsen nun die Pflanzen… sie werden gezwungen, das aufzunehmen, was dort vorhanden ist – und damit beginnt die
verhängnisvolle Nahrungskette, die letztendlich auch bei uns Menschen ankommt: Möglicherweise nehmen wir toxische Substanzen auf, während uns wichtige Stoffe fehlen, egal, ob wir die Pflanzen unmittelbar oder durch die Vermittlung von Tieren essen. Die Lösung liegt also nicht im Verzicht auf Fleischkonsum, und selbst die biologische Landwirtschaft bringt nicht die Rettung, solange wir nicht damit aufhören, durch Schadstoffeintrag die sensible Balance des Lebens zu (zer)stören. Wir dürfen nicht die Augen davor verschließen, daß jede Art von Baumaßnahme dazu gehört…!
Unser Verein, Lithosphäre Kalk, ist weltweit die einzige Organisation, die auf diesen Zusammenhang hinweist. Dieses "Alleinstellungsmerkmal" ist für uns notariell beglaubigt worden.
Den Zusammenhang zwischen Bauen und Bodenfruchtbarkeit werden wir den entscheidenden Baubehörden darlegen und ihnen vorschlagen, die Überlegungen und Erkenntnisse zu diesem lebenswichtigen Thema mit in die Genehmigungsverfahren einzubeziehen.
Bloß: ernstgenommen werden wir nur, wenn wir Viele sind…
